Golfurlaub auf Mallorca
Mallorca funktioniert als Golfziel aus einem einfachen Grund besonders gut: Die Insel ist überschaubar, die Plätze sind zahlreich, und das Wetter hält sich an keine komplizierten Regeln. Wer im März landet, findet manchmal noch die letzten Mandelblüten an den Wegesrändern. Wer im Oktober kommt, hat 25 Grad und fast leere Startzeiten. Dazwischen liegen Monate, die für den Golfsport gemacht wirken – und ein paar, die man besser den Strandtouristen überlässt.
Wann lohnt sich die Reise
Die beste Zeit für einen Golfaufenthalt auf Mallorca beginnt Ende März und reicht bis in den frühen Juni – und setzt dann im September wieder ein, bis Mitte November. In diesen Monaten liegen die Temperaturen zwischen 18 und 26 Grad, die Plätze sind in der Regel gut bespielt, und weder Hitze noch Gedränge machen das Runden-Erlebnis schwieriger als nötig. Juli und August funktionieren technisch gesehen auch, aber bei 35 bis 38 Grad auf dem Fairway hört das Vergnügen für die meisten irgendwo zwischen dem dritten und siebten Loch auf.
Wer Ruhe schätzt und mit leicht kühleren Morgen umgehen kann, findet im Februar und März eine besondere Qualität: Die Golfplätze sind kaum frequentiert, die Startzeiten lassen sich kurzfristig buchen, und die Insel zeigt eine andere Seite als im Hochsommer. Rund 300 Sonnentage im Jahr sind kein Marketingversprechen – es hat sich in der Praxis bewährt.
Die Plätze
Mallorca hat 24 Golfanlagen, davon sind 21 für Gastspieler zugänglich. Die größte Dichte liegt im Umkreis von etwa 20 Kilometern rund um Palma – wer dort übernachtet, kann theoretisch täglich einen anderen Platz bespielen, ohne je länger als eine halbe Stunde im Mietwagen zu sitzen.
Der Club de Golf Alcanada im Norden, an der Bucht von Alcúdia gelegen, gilt konsistent als der am höchsten bewertete Platz der Insel. Robert Trent Jones Jr. hat ihn entworfen und dabei sorgfältig in das umgebende Naturschutzgebiet eingebettet – alte Pinien, Steineichen, und bei 17 der 18 Löcher ein Blick aufs Meer, der das Putten nicht unbedingt leichter macht. Wer einmal morgens früh hier auf dem Platz steht, bevor die Gruppen sich stauen, versteht schnell, warum Alcanada auf keiner ernsthaften Mallorca-Liste fehlt.
Son Gual, östlich von Palma in der Einflugschneise zum Flughafen, ist das Gegenstück dazu: ein US-Style-Kurs mit großen Bunkerfeldern, weiträumigen Grüns und Wasserhindernissen, die strategisches Denken einfordern. Architekt Thomas Himmel hat hier 2007 einen Platz abgeliefert, der auf Anhieb international Aufmerksamkeit bekam und sie seitdem nicht verloren hat.
Das Arabella Golf Resort bei Palma vereint drei Anlagen unter einem Dach: Son Vida – der älteste Platz der Insel, eröffnet 1964, mit dem Flair einer anderen Golfära –, Son Muntaner und Son Quint. Wer in einem der anliegenden Häuser übernachtet, hat praktisch unbegrenzten Zugang. Son Muntaner war 2012 Austragungsort der Mallorca Golf Open auf der DP World Tour, Son Vida zweimal Gastgeber der Balearic Open. Das erklärt einiges über den Anspruch der Anlage.
Im Nordosten der Insel lohnen sich Pula Golf und Club de Golf Son Servera als eigenständige Reiseziele. Pula wurde 2004 von José María Olazábal zu einem Championship Course umgestaltet und war mehrfach Austragungsort der European Tour. Son Servera, gegründet 1967 und damit der zweitälteste Platz der Balearen, ist der einzige echte Mitgliederclub der Insel – mit dem entsprechend ruhigen Charakter abseits des Resortbetriebs. Capdepera Golf und Canyamel Golf runden den Osten ab und sind von Palma aus mit dem Mietwagen in etwa 75 Minuten erreichbar.
Im Südwesten empfehlen sich Golf de Andratx und der T Golf Calvia (ehemals Golf Poniente) – das erste Nicklaus Design auf Mallorca, ruhig eingebettet in mediterrane Vegetation ohne eine einzige sichtbare Straße oder Bebauung.
Unterkunft
Für Golfer, die Platz und Hotel unter einem Dach verbinden wollen, gibt es auf Mallorca einige etablierte Adressen. Das Sheraton Mallorca Arabella Golf Hotel in Son Vida war das erste Golfresort der Insel und ist bis heute eine verlässliche Wahl: direkter Zugang zu drei Plätzen, Spa, gepflegte Gastronomie. Das Hacienda Son Antem Golf Resort (Autograph Collection by Marriott) liegt im Süden bei Llucmajor, 25 Minuten vom Flughafen, und hat zwei eigene 18-Loch-Anlagen auf dem Gelände. Das Pula Golf Resort im Nordosten wiederum übernachtet in einer Finca aus dem Jahr 1581 – Naturstein, Holzbalken, direkter Platzzugang, kein Kettenhotel-Feeling. Wer eher Palma als Basis bevorzugt und von dort aus die Insel erkundet, findet in der Umgebung der Stadt eine dichte Auswahl an Golfhotels mit Shuttle-Service zu den meisten Anlagen.
Was Mallorca als Golfziel auszeichnet
Es gibt Destinationen, die mehr Plätze haben. Und welche mit spektakuläreren Einzelanlagen. Was Mallorca leistet, ist etwas anderes: eine Kombination aus Erreichbarkeit, Platzdichte, Klima und der Möglichkeit, abseits des Golfs eine Insel zu haben, die sich eigenständig lohnt. Zwei Stunden Flug aus den meisten deutschen Städten, kein Jetlag, kein Visum, bekanntes Essen. Für eine Golfwoche im Frühjahr oder Herbst muss man keine langen Argumentationsketten aufbauen – die Rechnung geht von selbst auf.
Häufige Fragen zum Golfurlaub auf Mallorca
- Wann ist die beste Reisezeit für einen Golfaufenthalt auf Mallorca?
- April bis Juni sowie September und Oktober gelten als optimale Monate. Die Temperaturen liegen dann zwischen 18 und 26 Grad, die Plätze sind gut bespielbar, und Startzeiten lassen sich in der Regel ohne wochenlange Vorlaufzeit buchen. Februar und März bieten ebenfalls sehr gute Bedingungen bei deutlich geringerer Belegung.
- Wie viele Golfplätze gibt es auf Mallorca?
- Die Insel hat 24 Golfanlagen, davon sind 21 für Gastspieler zugänglich. Die höchste Platzdichte liegt im 20-Kilometer-Radius um Palma, wo sich allein 15 der Anlagen befinden. Der weiteste Weg von einem Platz zum nächsten beträgt selten mehr als eineinhalb Stunden Fahrzeit.
- Welches Handicap ist auf Mallorcas Golfplätzen erforderlich?
- Die meisten Clubs verlangen ein Mindesthandicap von 36. Einige der anspruchsvolleren Anlagen, darunter Son Gual, empfehlen ein niedrigeres Handicap. Wer unsicher ist, sollte beim jeweiligen Club vor der Buchung nachfragen.
- Ist es besser, Schläger mitzunehmen oder vor Ort zu leihen?
- Leihausrüstung ist auf Mallorca flächendeckend verfügbar und in der Regel gut gepflegt – aktuelle Schläger von TaylorMade, Srixon und anderen Herstellern, inklusive Linkshänder-Optionen. Die Kosten liegen je nach Anlage zwischen 12 und 35 Euro für einen kompletten Satz. Wegen der verschärften Gepäckregeln vieler Fluggesellschaften für Golftaschen lohnt sich das Ausleihen oft finanziell und logistisch.
- Welche Golfhotels auf Mallorca eignen sich besonders für Golfer?
- Das Sheraton Mallorca Arabella Golf Hotel bietet direkten Zugang zu drei Plätzen und ist das älteste Golfresort der Insel. Das Hacienda Son Antem Golf Resort (Marriott Autograph Collection) hat zwei eigene 18-Loch-Plätze auf dem Gelände. Wer den Nordosten bevorzugt, findet im Pula Golf Resort eine stimmungsvolle Finca-Unterkunft direkt an einem Championship Course.
- Lohnt sich die Mallorca Golfcard?
- Die Golfcard erlaubt auf 16 Plätzen das sogenannte „2-für-1″-Prinzip: Zwei Personen spielen, eine bezahlt das Greenfee. Wer zu zweit reist und mehrere Runden auf verschiedenen Plätzen plant, amortisiert den Kartenpreis in der Regel nach zwei bis drei Runden.
- Kann man auf Mallorca auch im Winter Golf spielen?
- Ja. Die Plätze sind ganzjährig geöffnet, und von November bis März sind sonnige Spieltage keine Ausnahme. Temperaturen unter 15 Grad kommen vor, Frost kaum. Die Plätze sind in dieser Zeit kaum ausgelastet, Startzeiten oft kurzfristig verfügbar – für Golfer, die Stille schätzen, durchaus attraktiv.
- Welche Region eignet sich als Basis für einen Golfurlaub?
- Wer möglichst viele Plätze in kurzer Zeit spielen möchte, ist rund um Palma am besten aufgehoben. Wer lieber ruhigere Gegenden und die Küsten im Nordosten bevorzugt, wählt Son Servera oder Capdepera als Ausgangspunkt – mit dem Mietwagen sind von dort Alcanada im Norden und Pula im Osten gleichermaßen gut erreichbar.