Callaway Golfschläger:
Die Schwedin Annika Sörenstam, der Amerikaner Phil Mickelson und der Südafrikaner Ernie Els haben eines gemeinsam: für ihre Laufbahn als Profigolfer greifen sie auf Callaway Golfschläger zurück.
Als erster amerikanischer Hersteller von Golfschlägern gehört Callaway als Marktführer in den USA auch heute noch zu den drei größten Golfartikelherstellern der Welt. Den umfassendsten Anteil am Erfolg hat dabei der Big Bertha Driver, der wohl meistverkaufte Driver weltweit. Doch nicht nur Driver umfasst das Produktportfolio des Golfartikelherstellers, sondern auch Eisen, Hybride, Hölzer, Putter, Golfbälle und weiteres Golf Zubehör. Zum Unternehmen gehören zudem der Putterhersteller Odyssey, der Schlägerhersteller Ben Hogan, der Golfball-Fabrikant Top-Flite sowie die von der Ashworth Inc. hergestellte und vermarktete Golf Bekleidung. Dass Callaway eine der innovativsten Golf Firmen ist, bestätigen die insgesamt 1.162 Patente, die man zugesprochen bekommen hat.
Die Gründung des Unternehmens erfolgte 1982 durch den damals 63jährigen Ely Callaway. Als leidenschaftlicher Golfspieler entdeckte Callaway in einem Golfshop Putter und Wedges, welche einen mit Hickoryholz ummantelten Stahlschaft besaßen. Diese Schläger gefielen ihm derart, dass er in das produzierende Unternehmen, Hickory Stick USA, investierte. Durch den Kauf von Anteilen im Wert von 400.000 Dollar wurde Callaway neben Dick De La Cruz, Richard Parente und Tony Manzoni zum Mehrheitseigner.
Die Umbenennung des Unternehmens in „Callaway Hickory Stick USA“ erfolgte 1983. Als Präsident und CEO des Unternehmens verlegte Callaway den Firmensitz nach Cathedral City, Kalifornien, von wo aus er seine Kunden persönlich belieferte. 1985 zog die Firma nach Carlsbad, Kalifornien, wo sie auch heute noch ansässig ist. Unter der Leitung des Chef-Designers Richard C. Helmstetter nutzte Callaway Hickory Stick USA als erste Firma computergesteuerte Fräsen zur Produktion von Puttern mit einer exakten, geraden Schlagfläche.
1988 erfolgte die Umbenennung von „Callaway Hickory Stick USA“ in „Callaway Golf Company“. Zur kontinuierlichen Steigerung der Umsätze entwickelte Helmstetter ein neues, revolutionäres Produkt im Hochpreissegment – ein Callaway Golfschläger, dessen Schaft bis in den Schlägerkopf verlängert wurde – mit phänomenalem Erfolg.
1992 ging Callaway an die Börse. Der bereits 1991 entwickelte Big Bertha Driver, der seinen Namen deutschen Geschützen aus dem ersten Weltkrieg zu verdanken hatte, trug dabei entscheidend zum Erfolg bei. Das hinter dem Callaway Golfschläger liegende Grundprinzip war einfach: mehr Gewicht in der Sohle bedingte eine erhöhte Fehlerverzeihung, Schlägerkopfgeschwindigkeit sowie mehr Spielgefühl. Die 1994 auf den Markt gebrachten neuen Golf Eisen sollten den Big Bertha Metall-Holz Driver begleiten. Erhältlich waren sie mit Stahl- oder Graphitschaft und wurden (mitunter durch die limitierte Stückzahl) auf Anhieb zum vollen Erfolg.
Trotz des vermehrten Markteinstiegs kleinerer Unternehmen konnte sich Callaway dank der bislang zahlreich getroffenen Investitionen in Forschung und Entwicklung weiterhin vergrößern. So stieg der Jahresumsatz innerhalb eines Jahrzehnts von 5 Millionen Dollar auf 900 Millionen Dollar an. Big Bertha erfreute sich weltweiter Bekanntheit, und auch Prominente wie Celine Dion, Alice Cooper oder Bill Gates rührten die Werbetrommel. Während des größten Firmenerfolges 1998 spielten 70% der Profis mit einem Callaway Driver, der Marktanteil des Unternehmens im Drivermarkt lag bei 33%. Doch El Nino und der Crash der asiatischen Finanzmärkte traf auch die Golfbranche hart, die Umsatzzahlen waren rückläufig. Mit dem Kauf von Odyssey Sports, Inc. und der Gründung von Callaway Golf Media versuchte man, den Schwankungen entgegenzuwirken. Auch das computergestützte Fittingcenter, das Callaway Golf Experience, sollte die Vormachtstellung des Unternehmens im Bereich der Golfschläger ausbauen. Doch vor allem die Investition in die Entwicklung von Golfbällen zahlte sich zu dieser Zeit aus.
Lange hielten die positiven Ergebnisse jedoch nicht an; Firmen, die sich auf kostengünstiges Equipment spezialisierten, waren auf dem Vormarsch. Ely Callaway, längst nicht mehr in das aktuelle Tagesgeschäft involviert, setzte sich als CEO wieder an die Spitze seines Unternehmens. Mit der Entlassung von 700 Mitarbeitern und der Eliminierung unrentabler Produktlinien erreichte er innerhalb kurzer Zeit eine enorme Kostensenkung. Aber auch der lang ersehnte Launch des Rule 35 3-piece Golfballs im Jahre 2000 brachte leider nicht die erwartete Absatzsteigerung, da zeitgleich Nike Golf einen Ball mit Tiger Woods als Werbefigur auf den Markt brachte. Ebenso der neu entwickelte Driver mit dem bis dato größten Speedport und COR-Wert den Callaway je hergestellt hatte – dank der Verordnung der U.S. Golf Association, welche diesen Schlägertyp nicht für ihre Wettkämpfe zuließ, entwickelte sich zum Flop.
Nach dem Tod von Ely Callaway im August 2001 übernahm Ron Drapeau die Leitung des Geschäftes und setzte – ganz nach den Wünschen und Vorstellungen Callaways – auf die permanente Weiterentwicklung von Callaway Golfschläger - und Balltechnologien. Die Verkaufszahlen stiegen an, doch an die Erfolge vergangener Zeiten konnte Callaway Golf leider nicht mehr anknüpfen. 2007 brachte das Unternehmen mit dem FT-i Driver den erfolgreichsten Golfschläger der jüngeren Geschichte auf den Markt, der durch seine Squareform und das damit verbundene hohe Trägheitsmoment punkten konnte.
Mit diesem Callaway Golfschläger – und allen weiteren Entwicklungen – wird Callaway trotz aller Widrigkeiten nicht von seiner Firmenphilosophie abweichen und versuchen, Golf zu einer Sportart für jedermann zu machen. Die Entwicklung und kontinuierliche Verbesserung des Equipments, vor allem in Bezug auf die Fehlerverzeihung, steht dabei an erster Stelle.
Unternehmenswebsite Callaway Golf: www.callawaygolf.com
